Gemeindearchivar: Georg Gruber

Ortsteil Oberding

OberdingDie Ortschaft Oberding, die auch der Gemeinde ihren Namen gab, und erst in der Zeit von 1227/30 als de superiori Diengen , in den Quellen erscheint, ist mit Sicherheit wesentlich älter. Die Wurzeln der Siedlung am Moosrain reichen erheblich weiter zurück. Prähistorische Funde in und um den Ort belegen das.


Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Straße, die von Moosinning, Notzing über Oberding und weiter zur Isar führt, schon von den Römern genutzt wurde. Funde um Oberding von römischen Militärfibeln und Münzen sprechen für diese Annahme. Mit der Nennung der Siedlung DING in der Schenkungsurkunde vom 3. Juli 750, bei der Bayernherzog Tassilo III als Zeuge auftritt, kann neben Niederding ebenso Oberding gemeint sein. Die folgende Siedlungsentwicklung im 8. Jahrh. birgt auch der .....ing Name. Besitzverhältnisse und herrschaftliche Grundzugehörigkeiten belegen ein sehr frühes Datum der Entwicklung von Oberding in dieser Zeit. Die Struktur von vielen Kleinanwesen mit der Zugehörigkeit zur Ortsherrschaft zeigten das Ursprungsbild wie Notzing. Im Gegensatz zu Niederding und Aufkirchen, wo größere Anwesen vorherrschten.

 

Am 7. November 1678 wird Oberding vom Kurfürst Ferdinand Maria zur Hofmark erhoben und an die Familie Hörl in München vergeben. Vom Jahre 1752 bis 1803 war die Hofmark dem Domkapitel Freising zugehörig. Neben den herzoglichen Besitzungen, den sogen. Urbarshöfen, wie der Leoper, der Hagger, und Thaimer haben noch Kloster Seligental Besitz in Oberding.


Der politischen Verwaltung als Gemeinde ging das Schergamt DING voraus, das dem Landgericht Erding unterstand und aus den Ämtern Aufkirchen, Oberding, Niederding und Schwaig bestand.

 

Von Kriegen und schlechten Zeiten blieb auch Oberding nicht verschont. Waren es im 1870/71er Krieg noch zwei Gefallene, so stieg die Zahl der Opfer, die ihr Leben lassen mussten im ersten Weltkrieg, 1914/18, auf 16 und der Vermissten auf drei Kriegsteilnehmer. Die Kriegsopfer von Bürgern aus Oberding im 2. Weltkrieg, 1929 bis 1945, waren dagegen unvorstellbar. 43 Männer mussten ihr Leben lassen und zehn Söhne der Ortschaft gelten als vermisst und sahen die Heimat auch nicht mehr.

 

Mit dem Zuzug von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg erweiterte sich die Ortschaft beträchtlich. Auch Einheimische sorgten nach dem Krieg für rege Bautätigkeit, die in Oberding kontinuierlich bis in unsere Zeit anhielt Besonders mit dem Bau des Flughafens nahm die Siedlungstätigkeit außergewöhnlich zu, wie in der gesamten Gemeinde und dem Umland. Es kam auch zur Umstrukturierung der Landwirtschaft. Die Milch- und Viehwirtschaft ging zurück. Gemüse-, Salat- und Kartoffelanbau wurden mehr. Dem Rückgang der Landwirtschaft stehen andere Erwerbsquellen gegenüber.

 

Die gesellschaftliche und gesellige Komponente entwickelte sich in der Neuzeit beträchtlich. Neben der Gründung der Feuerwehr und des Kriegervereins 1872 für die Gemeinde etablierten sich in den Folgejahren noch ein Fahrradverein und Schützenvereine. Auch der auf Pfarrebene bestehenden Jungfrauenkongregation von 1906 und dem Katholischen Burschenverein von 1905 gehörten viele Mitglieder aus Oberding an.

 

War der Bedarf an Infrastruktur über Jahrzehnte nicht all zu groß, so musste sie mit der Zunahme der Bevölkerung, besonders mit dem Beschluss zur Errichtung eines Großflughafen, der größtenteils auf Gemeindegebiet zu liegen kam, entsprechend erweitert werden.

 

Das Rathaus wurde 1980 umgebaut und erweitert, um den Anforderungen der 1978 gegründeten Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Eitting zu genügen. Auch der Bau der Mehrzweckhalle im Jahre 1986 und des Kindergartens dient diesen Anforderungen ebenso wie die in jüngster Zeit erweiterte Grund- und Teilhauptschule Oberding.

 

Oberding ist auch Sitz des Zweckverbandes zur Wasserversorgung Moosrain, der sich über das gesamte Gebiet, incl. des Flughafens, erstreckt.

 

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