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Gemeindearchivar: Georg Gruber
Geschichte der Ortschaft Schwaig

Der Ort Schwaig ist, wie es schon der Name sagt, aus einer Schwaige, einem Viehhof, hervorgegangen. Hier wurde das Moosgebiet als Weideland genutzt. Die Jagd am Moos und im Schwaiger Loh übte der bayerische Hof regelmäßig aus.

Schwaig liegt an der einzigen Straße die über Jahrhunderte zwischen Föhring bei München und Moosburg über das Isarmoos, bzw. Erdinger Moos führte. Die Bedeutung dieser Straße lag darin, dass sie die Verbindung der Freisinger Bischöfe zu ihren Besitzungen in Isen und Burgrain war. Die wenigen Höfe, aus denen der Ort über Jahrhunderte bestand waren neben der Aulechnermühle, der Prandmayr und der Heigl, die dem Herzog unterstanden. Der Burgholzer bestand aus drei Huben, die einem Bürger in Erding gehörten. Daneben bestanden noch einige Huben und Sölden, sowie das Bad (Ehaftbad), das ebenfalls dem Herzog in Landshut Untertan war.

Urkundlich ist erstmals in der Zeit von 1231 bis 37 von Schwaig die Rede. Genannt wird es  ...diu swaeige, ...diu andere swaeige, ....diu dritte swaeige, ... diu virde swaeige. Es wurde auch zwischen dem Oberen und Unteren Ort unterschieden.

Bei der Erschließung des Mooses und besonders bei der Verteilung des Lohholzes vom 18. zum 19. Jahrhundert konnten sich die Anwesen gehörig vergrößern.

Einen ersten Entwicklungsschub für den gesamten Ort gab es, als 1897 die Aulechnermühle abbrannte und an ihrer Stelle eine Lodenfabrik entstand, in der ca. 150 Personen Arbeit fanden. Das hatte zur Folge, dass Wohnungen geschaffen werden mussten. Schon 1890/91 wurde eine neue Schule in Schwaig errichtet. Auch zum Neubau einer Kirche kam es im Zuge der Ortsvergrößerung. Am 25. Juni 1905 konnte die Kirche, im Stil der Neuromanik erbaut, eingeweiht werden. Seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war Schwaig der Gemeindeort, der sich am meisten entwickelte. Auch die Ansiedelung von Flüchtlingen nach dem zweiten Weltkrieg trug dazu bei. Durch die Ansiedlung junger Familien hat sich Schwaig beträchtlich vergrößert.

Auch Schwaig hatte besonders während der Kriege zu leiden. Im Weltkrieg 1914/18 waren aus Schwaig und Franzheim 23 Gefallene junge Männer zu beklagen. Im zweiten Weltkrieg hatte allen die Ortschaft Schwaig 29 gefallene und 12 vermisste Söhne zu verzeichnen.

Doch die wohl größte Veränderung nicht nur für Schwaig, sondern für die gesamte Region, brachte der Beschluss der Bayerischen Staatsregierung am 5. August 1969 im Erdinger Moos einen Großflughafen zu bauen.

Die unmittelbare Folge war die Absiedelung der Ortschaft Franzheim. Erst 1926 erhielt die Streusiedlung westlich von Schwaig, die offizielle Erhebung zur Ortsflur Franzheim. Der Name leitet sich ab von Franz Pariser, dem Besitzer der Tuchfabrik in der Aulechnermühle, der die Erschließung und Kultivierung des Mooses stark förderte. Auch der Torfabbau sowie der Anbau von Pfefferminze und Gemüse brachte für viele Arbeit und Brot. Mit viel Mühe und Fleiß wurde der Natur der Kulturboden abgerungen und es entstanden Wohnhäuser und Kleinbetriebe. Neben den Wirtschaftsgebäuden, den Wohnhäusern musste auch die 1957 erbaute Kirche St. Rasso und das 1962 bis 64 erbaute Schulhaus mit dem Lehrerwohnhaus dem Flughafen weichen.

Viele franzheimer Bürger siedelten sich auf Gemeindegebiet besonders im Notzinger Moos und in Aufkirchen an. Heute liegt der Großflughafen im Erdinger Moos mehr als zur Hälfte auf Gemeindegebiet. Er bildet mit der bereits bestehenden Infrastruktur, seiner Wirtschaftsmacht und seinem Siedlungspotenzial ein übermächtiges Bild für die ganze Region. Nachdem die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist, werden noch viele Veränderungen auf unsere Nachfahren zukommen.

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