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Gemeindearchivar: Georg Gruber
politische Gemeinde

Die Gemeinde Oberding ist in ihrer derzeitigen Form ein noch junges Gebilde. Ihr wurden nämlich bei der Gebietsreform 1978 die Ortsteile Notzing und Notzingermoos von der ehemaligen Gemeinde Notzing zugeschlagen und somit die Gemeinde beträchtlich vergrößert. Das Gemeindegebiet umfasst große Teile des Erdinger Mooses und des sehr fruchtbaren Höhenrückens zwischen der Sempt im Osten und der Dorfen am Moosrain.

Die politische Gemeinde als Verwaltungseinheit in der modernen Zeit besteht seit 1808. Damals wurde in dem noch jungen Königreich Bayern von Minister Montgelas eine epocheweisende Gebiets- und Verwaltungsreform durchgeführt. Es wurden alle Rechte und Interessen der Stände aufgehoben. Alle Ansprüche der Kirchen, Klöster und weltlicher Herrschaften erloschen. Rechte und Ansprüche etwa des Domkapitels Freising, der Klöster Wildenholzen, Attel, Seligenthal, Pittrichkloster, u ä. wurden ebenso aufgehoben wie die Rechte der Herrschaften Notzing, Siglfing oder Aufhausen. Es war nur noch der Landrichter in Erding zuständig. Das war der Anfang der kommunalen Selbstverwaltung.

Bis dahin lag die politische Verwaltung neben den herrschaftlichen und geistlichen Rechten und Ansprüchen beim Schergamt Ding, das dem Landgericht Erding unterstand und aus den Obmannschaften Aufkirchen, Niederding, Oberding und Schwaig bestand.

Durch die geographische Lage an der weiten Ebene nach München, wurde der Hügel am Süd-westrand von Aufkirchen als Basispunkt bei der Landesvermessung auserkoren. Den Endpunkt der Basislinie zwischen dem Turm der Frauenkirche und dem Turm der Kirche Aufkirchen markiert die sogen. Basispyramiden am Kraftwerk Aufkirchen und in Unterföhring. Somit wurde die Gemeinde Oberding zum Nabel des modernen Bayerns. Diese Landesvermessung von 1801 unter der Regie von Napoleons Soldaten und unter Minister Montgelas war die Grundlage der wohl einmaligen Gebiets- und Verwaltungsreform mit unvorstellbaren Folgen. Die bis dahin geltenden Rechte im öffentlichen Leben wurden aufgegeben und durch eine völlig neu Struktur der gesamten Verwaltung ersetzt. Die Grundstücke wurden vermessen, mit Plannummern versehen und die Bodenqualität festgestellt. Für die Anwesen wurden die Hausnummern eingeführt.

Die Wurzeln jedoch eines Besiedlungsraumes am Moosrain gehen weit in die Frühzeit zurück. Seit der frühen Bronzezeit um 2000 v. Chr. sind kontinuierliche Siedlungsspuren feststellbar. Scherbenfunde, Brandgruben oder Pfostenlöcher mit Resten von Hüttenlehm zeugen von einer Streusiedlung aus dieser Zeit am Schlottbach und am Moosrain.

Auch die Herrschaft der Römer in der Zeit von 15 v. Chr. bis 480, zwischen den Alpen und der Donau, hinterließen ihre Spuren. Die jüngsten Funde von Bronzefibeln und Münzen auf Gemeindegebiet bestätigen die Annahme einer Römerstraße am Moosrain entlang von Süden nach Norden über Notzing und Schwaig.

Doch exakt feststellbar trat DING erst am 3. Juli im Jahre 750 an das Licht der Öffentlichkeit. Denn an diesem Tag wird in villa qui dicitur Deoinga (Gutshof Deoinga) im Beisein und als Zeuge des Bayernherzogs Tassilo III an das Bistum Freising eine Schenkung von beträchtlicher Größe getätigt. Die Familie der Fagana vermachten Bischof Joseph von Freising große Ländereien bei Erching und Unterföhring.

Nach den damaligen Gepflogenheiten spielte sich für die Dauer des Aufenthaltes des Herrschers das Hofleben mit all den Ministerialen, Würdenträgern und der Geistlichkeit des Landes in DING ab. In der Folgezeit festigte sich die Herrschaft des Adels und der Kirche. Es bildeten sich die ....ing Orte. Das Herzogtum nahm Gestalt an. Auch die Kirche baute ihre Ansprüche aus und manifestierte sich. Die Kirchenpatrozinien St. Georg Oberding, St. Martin Niederding oder St. Johann Baptist Aufkirchen wurden zu religiösen Zellen. Besonders bei St. Johann Baptist Aufkirchen ist anzunehmen dass sich aus einer sogen. Eigenkirche, etwa bei einem großen Gutshof, der dem Domkapitel Freising zugehörig war, die Großpfarrei Aufkirchen entwickelte. Diese Großpfarrei war über Jahrhunderte das kulturelle Zentrum für das gesamte Gebiet von Moosinning bis Schwaig.

Auch das Schulwesen entwickelte sich von hier aus. Noch 1804 gab es nur eine Schule in Aufkirchen mit einem Klassenzimmer. 1829 wurde in Oberding die Schule errichtet 1890 dann in Schwaig und 1920 in Niederding. Ab 1922 diente in Franzheim eine Baracke als Schule, die dann 1958 durch ein gemauertes Schulhaus ersetzt wurde. Im September 1972 konnte dann die neu erbaute Zentralschule bezogen werden.

Es ist anzunehmen, dass die Kirche hier ganz bewusst ein religiöses Zentrum, dem Ring der ...ing Orte und Herrschaften wie Aufhausen, Notzing, Amt Ding, Siglfing und Erding, entgegenstellte und förderte. Der Umstand, dass der kleinste Ort zum Zentrum des Glaubens wurde, kann nicht anders erklärt werden. Das Schergamt Ding mit den Ortschaften Oberding, Niederding, Schwaig und Aufkirchen gehörten zum Landgericht Erding. Wie bereits oben erwähnt hatten auch viele auswärtige Herrschaften und Familien Rechte an einzelnen Anwesen.

Notzing dagegen war weitgehend der örtlichen Herrschaft zugehörig. So erklärt sich auch der unterschiedliche Charakter der Gemeindeorte. In Niederding und Aufkirchen war die Mehrzahl der Anwesen Fremden Grundherrschaften zugehörig und musste deshalb  eine gewisse Autonomie haben. Oberding und Notzing als geschlossene Hofmark dagegen hatte wesentlich mehr kleiner strukturierte Anwesen, die ihre Leistungen unmittelbar für die örtliche Herrschaft erbrachten. Diese festgefahrenen Strukturen hatten bis Anfang des 19. Jahrhunderts Bestand. Erst die bereits o. erw. Verwaltungsreform brachte den Aufbruch in die neue Zeit.

Im Zuge der Kultivierung und Trockenlegung des Erdinger Mooses zu Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die Orte Franzheim und Notzingermoos.

Um die Wende von 19. zum 20 Jahrhundert wurde auch das gesellschaftliche und gesellige Leben in den Orten der Gemeinde erweitert. Neben der Gründung der Feuerwehren kam es noch zum Entstehen von Kriegervereinen, Schützenvereinen sowie eines Fahrradvereins.

Verlangte bereits der Krieg 1870/71 mit fünf Gefallenen schon seine Opfer, so waren im 1. Weltkrieg 1914/18 nicht weniger als 59 gefallene und 14 vermisste Söhne der Heimat zu beklagen.

Der Abschied vom ausschließlich landwirtschaftlich, bäuerlich geprägten Bild der Gemeinde, geschah mit der Errichtung des Mittlern Isarkanals und des Kraftwerks. In einer für die damalige Welt einmaligen Leistung wurde nach der Idee von Oskar von Miller der Höhenunterschied zwischen München und Landshut als Energiequelle genutzt. Unter Federführung des Bayerischen Staates wurde der Mittlere Isarkanal mit den Kraftwerken Finsing, Aufkirchen, Eitting und Pfrombach angelegt. Der Kanalbau von 1919 bis 1926 führte zum erstenmal eine große Menge Arbeitskräfte in die Orte, die ihr Geld nicht in der Landwirtschaft verdienten. Das soziale Gefüge wurde erheblich verändert. Besonders in Aufkirchen mit dem Kraftwerk und den vier Vierfamilienhäusern für Betriebsangehörige war der Bevölkerungszuwachs ganz beträchtlich. Die Steuerkraft des Kraftwerks Aufkirchen mit dem Bauhof Aufkirchen teilten sich die Gemeinden Notzing und Oberding. Durch den Kanal- und Kraftwerksbau wurde die Gemeinde an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Industriebahn der Mittleren Isar AG führte vom Bahnhof Erding über Aufkirchen und Niederding den Kanal entlang nach Pfrombach. Die Bahn diente bis zu ihrer Auflassung 1967 auch zum Transport von Wirtschaftsgütern und landwirtschaftlichen Produkten. Zum Kriegsende wurde sogar noch der Personentransport eingeführt mit Bahnsteig und Stationshaus bei den jeweiligen Ortschaften.

Der zweite Weltkrieg brachte wiederum Not, Entbehrung und Tod über die Bevölkerung. Durch die Zwangswirtschaft war besonders die Landwirtschaft der Ablieferung und Rationierung unterworfen.

Im zweiten Weltkrieg 1939-1945 hatte die Gemeinde 170 Gefallene und 64 Vermisste zu beklagen. Zum Kriegsende kam es noch zum Beschuss von Aufkirchen durch die Amerikaner. Dabei kamen drei deutsche Soldaten und zwei französische Gefangene ums Leben. Die Amerikaner kamen am Montag, dem 30. April, in die Gemeinde und Aufkirchen wurde dann am 1. Mai 1945 besetzt. Nachdem die Kanalbrücken gesprengt waren, war es für die Landwirte von Aufkirchen sehr umständlich zu ihren Grundstücken nach Notzing zu kommen. Diese Beschwernis wurde erst mit dem Bau der Notbrücken in Aufkirchen und Niederding beseitigt.

Einen weiteren Zuwachs an Bevölkerung und Wohnraum erfuhren die Orte dann dem zweiten Weltkrieg. Mit dem Zuzug der Flüchtlinge aus Schlesien, dem Sudetenland und Ungarn wuchs die Bevölkerung beträchtlich an.

Waren es um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit der Errichtung der Tuchfabrik in Schwaig noch zaghafte Schritte zur Industrialisierung, so markierte der Bau der Mittlern-Isar-Kanal-Anlage mit dem Kraftwerk Aufkirchen nach dem ersten Weltkrieg endgültig den Aufbruch in das neue Zeitalter. Die bis dahin ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Orte veränderten ihr Aussehen beträchtlich.

Die gravierendste Veränderung und Umstrukturierung der Orte am Moosrain und große Teile des Mooses geschah in jüngster Zeit mit der Errichtung des Großflughafens. Seit der Eröffnung am 17. Mai 1992 hat die Gemeinde unmittelbar Anschluss am Weltwirtschaftsgeschehen.

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